Der Auftrag war ein Ordner für Logos

Mehr nicht. Kolleginnen und Kollegen sollten die Logodateien finden können, dazu Teamfotos, Vorlagen, Präsentationen, Signaturen. Ein Branding Hub, und zu dem Zeitpunkt war auch nichts anderes vorgesehen.

Beim Bauen fiel mir auf, dass ich das falsche Problem löste. Nicht die Logos lagen verstreut, sondern alles. Dokumente bei einem Anbieter, Verträge bei einem zweiten, das Firmenwissen in einer Confluence-Instanz, die ein externer Partner betreute, Fristen und Geburtstage in wieder einem anderen System. Fünf Verträge, fünf Logins, fünf Rechnungen, nichts davon verbunden.

Den Logo-Ordner habe ich trotzdem fertig gebaut. Er wurde der erste Baustein.

Der Branding Hub in terminal mit Logos, Druckfarben, UX-Farben und herunterladbaren Markendateien für airtuerk Service
Der ursprüngliche Auftrag, bis heute im Produkt. Jede Marke der Gruppe hat diese Seite.

Warum ich es selbst gebaut habe

Standardsoftware passte nicht auf die Abläufe eines Flugkonsolidators, und was gepasst hätte, war zu teuer.

Der Grund, der den Ausschlag gab, lag aber vor dem Preis. Wer unsere Prozesse nicht kennt, muss sie sich erklären lassen. Und erklärt bekommt man, wie sie auf dem Papier funktionieren, nicht wie sie laufen. Ein Dienstleister hätte Monate gebraucht, um zu verstehen, wie Ticketing, Service Center und Finance hier tatsächlich zusammenhängen, und hätte am Ende gebaut, was in den Terminen gesagt wurde.

Ich bin seit fünf Jahren im Haus. Ich musste nicht herausfinden, wo es hakt. Ich wusste es. Das war der Vorsprung, nicht die Technik.

Was ersetzt wurde

VorherHeute
Externes Dokumentenmanagementim Haus
Externes Vertragsmanagementim Haus
Schichtplanung von HandKI-gestützt
Confluence über externen Partnereigenes Retrieval-Modell
Externe Erinnerungs- und Event-Systemeintegriert
Verstreute MarkenassetsBranding Hub

Eine Oberfläche, acht Module

Vier Marken und drei Rechtsträger in Deutschland und der Türkei liegen in derselben Navigation. HR, Vertrieb, Verträge, Aufgaben, Service Center, das Partner-API-Portal und die Wissensbasis teilen sich ein Rollen- und Berechtigungsmodell.

Die Startseite fragt, was heute repariert werden soll. Retrieval ist dabei eine Fähigkeit unter mehreren, nicht die Identität des Produkts.

Die Startseite von terminal mit einem KI-Eingabefeld, Schnellzugriffen für E-Mail, Übersetzung und Zusammenfassungen sowie einer Seitenleiste mit vier Marken und acht Plattformmodulen
Startseite. Marken links, darunter die Module, Retrieval und die unterstützenden Aktionen in der Mitte.
Ein interaktives Knotendiagramm im APIX-Modul, das Flugcontent-Quellen über Data-Streaming zum airtuerk-API-Gateway und weiter zu Online-Reisebüros führt
APIX, das Partnerportal für die API. Der Ablauf lässt sich verschieben, und jeder Knoten erklärt sich selbst. Der Vertrieb kann einem Partner die Architektur zeigen, ohne dass jemand aus der Entwicklung danebensitzt.

Verträge lesen, ohne Sicherheit vorzutäuschen

Contracts360 scannt einen hochgeladenen Vertrag und füllt die Felder, die es füllen kann. Die interessanten Entscheidungen stecken nicht in der Extraktion, sondern darin, was die Oberfläche zugibt.

  • Jeder erkannte Wert trägt einen Konfidenzwert und einen Seitenverweis, prüfbar in zwei Klicks
  • Felder trennen sich in das, was das Modell gefüllt hat, und das, was ein Mensch eintragen muss
  • Jedes Dokument wird zweimal gelesen. Wo die beiden Durchläufe sich widersprechen, sagt die Oberfläche das, statt einen Sieger zu wählen
  • Nichts gilt als geprüft, bevor ein Mensch es bestätigt hat, und der Text sagt das in klarer Sprache

Ein Assistent, der seine Unsicherheit verbirgt, ist schlechter als kein Assistent.

Die Vertragserfassung in Contracts360 mit KI-gefüllten Feldern, Konfidenzwerten, Seitenverweisen und dem Hinweis, dass zwei Lesedurchgänge die Vertragsart unterschiedlich eingestuft haben
Vertragserfassung. Partnerdaten und das gescannte Dokument sind hier unkenntlich gemacht. Der Hinweis bei der Vertragsart: zwei Durchläufe haben sie unterschiedlich gelesen, und die Oberfläche sagt das.

Ein Designsystem, kein Anstrich

terminal ist ausschließlich hell, flach, editorial. Eine Schrift, ein Akzent, keine Komponentenbibliothek, kein Glaseffekt. Interaktive Elemente sind von Hand gebaut, was am Anfang langsamer ist und ab dem zehnten Bildschirm deutlich schneller.

Das Designsystem liegt im Produkt selbst, nicht in einer separaten Datei. So erreichen es die Leute, die mit der Marke arbeiten, ohne jemanden zu fragen.

Die UX-Farbdefinitionen in terminal mit Quantum Blue, Jet Black und Ghost White samt Hex- und CMYK-Werten, daneben das herunterladbare Master-Deck
Farbdefinitionen und das Master-Deck, gepflegt an derselben Stelle, an der damit gearbeitet wird.
Ein interaktiver Globus in terminal, der Online-Reisebüro-Partner in Amerika, Europa und MENA mit dem airtuerk-Hub verbindet
Partnernetz, frei drehbar. Volumina sind hier unkenntlich gemacht.

Zahlen

70Kolleginnen und Kollegen arbeiten täglich damit
5abgelöste externe Anbieter
3Rechtsträger, zwei Länder
8Module unter einem Berechtigungsmodell
~94Tabellen, durchgehend mit Row Level Security
1Person, die es baut und betreibt

Allein ausliefern, ohne etwas kaputtzumachen

Dass eine Person ein Produktivsystem für siebzig Leute betreibt, funktioniert über Prozess, nicht über Heldentum: Aufklärung vor dem Bauen, eine zweite Instanz, die plant und prüft, was die erste ausführt, ein benanntes Go, bevor irgendetwas Live-Daten berührt.

Was nicht stattgefunden hat, gehört zum Ergebnis: keine Abstimmungsrunden mit einem Dienstleister, kein Ticket-Pingpong, keine Sprints, die niemand mehr sehen will. Zwischen Problem und Lösung lag kein einziger Kalendereintrag.

Was als Nächstes kommt

Vertrieb, mit dem vollständigen Datenmodell und dem dazugehörigen Management-Flow. Danach läuft der Weg von der Anfrage bis zur Rechnung im selben System wie Wissen, Verträge und Planung.

Internes System. Weiter als bis zur Anmeldemaske kommt man von außen nicht.